Badekultur

Inspiriert durch die Ritualbäder bronzezeitlicher Hochkulturen des Orients und der Ägäis entwickelt sich die römische Badekultur. Schnell steigt sie während der späten Republik und der Kaiserzeit zum festen Bestandteil der Freizeitkultur auf, als Ort der Reinigung von Körper und Seele.

Bäder sind darüber hinaus sozialer Treffpunkt für Politik und Kultur. Ihre luxuriöse Ausstattung ließ kaum Wünsche offen – duftende Salben, großzügige Badebecken und Latrinen mit Wasserspülung sorgen für reichlich Komfort.

Auf die römischen Vorbilder geht die Badekultur der islamischen Dynastien des Orients zurück, mit einer deutlichen Ausprägung der orientalischen Architektur.

Das Bad des Osmanischen Reiches ist das „Hammam“. Seine Wasch- und Massagetechniken haben sich bis in die Gegenwart erhalten.

Zeitzeugen, wie die Reiseberichte der Lady Montagnu über die Badrituale und das Verhalten der Frauen im türkischen Bad, beflügelten die Phantasien der europäischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts. Denn im Abendland entwickelte sich die Badekultur nur zögerlich und gehörte keineswegs zum öffentlichen Alltag. Das Aufleben der Badehäuser nach dem Untergang des weströmischen Reiches im 13. Jahrhundert bleibt im Hinblick auf die Hygiene weiter hinter den Standards antiker Zeiten zurück. Ein Defizit, dass erst drei Jahrhunderte später in England durch wassergespülte Toiletten aufgehoben werden konnte.

15.08.2010 bis 17.10.2010

Eine Ausstellung des
Landesmuseums Natur und Mensch
Damm 38 – 44
26135 Oldenburg

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